Einer der Gründe, warum ich nach Kasachstan geschickte wurde, war die OSDK bei ihrer Ausbildung zu unterstützen. Also kleinen und großen Pfadfindern was über deutsche Pfadfinderei oder aus dem Repertoui des Grundkurses Süd. Leider, leider fingen die kasachischen Pfadfinder erst im Februar mit ihrem wöchtenlichen Training an.
Diese Ausbildung findet jeden Sonntag von 12-16 Uhr statt. Ein ganz schön langer Zeitraum, wenn man dabei konzentriert lernen möchte. Aber doch zu kurz, um das meiste praktisch anzugehen oder selber mal ausprobieren zu können. Nichts desto trotz war mir klar, dass ich da auch mitmischen möchte. Feiertage und Hochzeiten liesen die Terminauswahl auf einen Tag schrumpfen. Die OSDK weiß ja aber was sie an mir hat und vertaute mir für diesen Tag das Thema Gruppenstundenplanung und Projektmanagement an.
Diese Themenauswahl und die Tatsache, dass von den etwa 25 Teilnehmern 14 noch gar keine Pfadfinder sind, stellten mich vor einige Herausforderungen. Nicht zu vergessen ist natürlich die weiterhin bestehende Sprachbarriere. Doch mit der Hilfe von Madina, der neuen Übersetzerin bei den Pfadfindern, und Hannes, der für den Tag mein Spielebeauftragter war, haben die die ganze Sache gut über die Bühne gebracht.
Auf dem Plan standen Aufbau einer Gruppenstunde, Ganzheitlichkeit (was bisschen schwierig war, da die meisten noch keine Pfadfindermethoden kannten und deswegen ich deswegen etwas den Praxisbezug vermisste) und nach der kurzen Pause besagtes Projektmanagement.
Der zweite Teil war für mich der spannendere und ich fürchte für meine Teilnehmer der schwerer verständliche. Über die verschiedenen Schritte des Projektmanagements haben wir uns an die Planung einer Gruppenstunde herangetastet. Ein Erfolgserlebnis konnte ich bei MindMaps verbuchen. Keiner von den kasachischen Pfadfindern hatte zuvor eine MindMap gesehen, geschweige denn selbst eine hergestellt. So konnte ich ihnen nicht nur etwas Neues beibringen, beim anschließenden Ausprobieren kamen sehr gute und interessante Ergebnisse heraus. SMARTe Ziele hingegen waren ein echter Kampf. Ich muss gestehen, ich hatte nicht das Gefühl, dass alle SMART – eine Art Schema zur Zielformulierung – verstanden haben. Leider waren es dann aber doch zu viele Teilnehmer und zu wenig Zeit, um mit Madinas Hilfe alle Ziele überprüfen zu können. Gegen Ende hin ging uns auch allen ein wenig die Luft aus. Da wir in der Kaffepause aufgrund eines Stromausfalls den Raum wechseln mussten, landeten wir in der zweiten Hälfte in einen unglaublich stickigen und heißen Zimmer ohne Fenster. Nach vier Stunden lernen waren wir dann auch alle erschöpft genug um nach Hause gehen zu können. Meine Lebensgeister wurden erst wieder von der leckeren Pizza zum Abendessen geweckt.
Grundsätzlich freue ich mich aber sehr, dass die OSDK noch mit diesem Training angefangen hat und auch dass sie so viele neue Jugendliche damit begeistern konnten. Den Abschluss des Trainings werden die Sommerlager bilden, an denen die Teilnehmer ihr theoretisch erworbenes Wissen dann endlich praktisch ausprobieren können. Ich wünsche der OSDK, dass viele dieser Jugendlichen noch länger bei den Pfadfindern bleiben und vielleicht nach dem Sommer eigene Gruppen übernehmen.

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